Neue Arbeitsformen erfordern neue Büros
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Neue Arbeitsformen erfordern neue Büros

Die neuen Technologien werden den Büroarbeitsplatz zwar nicht ersetzen, aber verändern: Gefragt sind flexible Grundrisse und attraktive Kommunikationsbereiche.

Wien. Die zunehmende Digitalisierung hat nahezu jedem Bereich ihren Stempel aufgedrückt – auch der Art und Weise, wie gearbeitet wird. Damit haben sich auch die Anforderungen an Büroräumlichkeiten geändert. Eine Folge dieser Entwicklung: Der Flächenbedarf ist durch technische Innovationen, die neue Arbeitsformen wie Teleworking oder Home Offices begünstigt haben, in vielen Branchen zum Teil drastisch zurückgegangen. Experten sind davon überzeugt, dass dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Laut Gregor Drexler, Leiter Investment Management Deutschland bei der CA Immo, ist bereits heute der Flächenbedarf in manchen Branchen deutlich zurückgegangen – in einigen um bis zu 50 Prozent.

Da verschiedene Branchen verschiedene Ansprüche hätten, müsse man als Developer auch verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten anbieten, so Drexler. „Wir merken jedoch, dass branchenübergreifend die Tendenz in Richtung Großraumbüros und Desk-Sharing geht.“ Diese Entwicklung betreffe auch Berufsgruppen, die bislang andere Anforderungen an Flächen gestellt hätten. So sei etwa auch bei Anwälten langsam aber sicher eine Kulturveränderung hin zu mehr Projekt- und Teamarbeit und damit ein Abrücken von traditionellen Büroformen auszumachen.

Insgesamt müsse das Büro als Spezialimmobilie in Zukunft anders gesehen werden. Grundrisse und Flächen müssten flexibel ausgerichtet sein, um gegebenenfalls andere Verwertungsmöglichkeiten zuzulassen. „In Österreich ist diese Entwicklung weniger weit fortgeschritten, als es in technischer Hinsicht möglich wäre“, sagt Örag-Vorstand Stefan Brezovich. Die geringsten Berührungsängste zeigten technologieaffine Unternehmen: „In der österreichischen Tochter eines führenden internationalen IT-Unternehmens arbeiten etwa nur noch 50 Prozent der Mitarbeiter vom Büro aus.“

Zurück ins Büro

Welche Anforderungen werden heute an moderne Büroflächen gestellt? In vielen neuen Gebäuden zeichnet sich das Erdgeschoss durch einen urbanen Charakter aus. Dort befinden sich Lounges, Meeting Points und gastronomische Einrichtungen, die in erster Linie für die Mieter und deren Kunden gedacht sind, zu denen aber auch externe Besucher Zugang haben. Zum Büro selbst gehört für Andreas Gnesda, Geschäftsführer von Team Gnesda, ein Empfangsbereich, der die Unternehmenskultur spürbar macht. Als besonders wichtig erachtet er Kommunikationsräume, die für unterschiedlichste Funktionen genutzt werden können. Ergänzt werden sie durch zentrale Kommunikationsflächen sowie verschiedene Bereiche für unterschiedlichste Arten von Arbeiten – darunter auch solche fürs Brainstormen und Beschäftigungen, die Konzentration verlangen.

von Patrick Baldia, WirtschaftsBlatt

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