Karten bei Signa Holding werden neu gemischt
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Karten bei Signa Holding werden neu gemischt

René Benkos langjähriger Partner George Economou steigt bei Signa komplett aus. Neu an Bord sind die Privatbank des Staatsfonds von Abu Dhabi sowie Lindt-&-Sprüngli-Langzeitchef Ernst Tanner.

Umbau bei der Signa Holding des Investors René Benko: Bereits im Frühjahr hat der Gründer des Immobilien- und Einzelhandelskonzerns die Hälfte der Anteile seines damaligen 49-Prozent-Partners, George Economou, übernommen. Nun steigt der griechische Reeder komplett aus – und Benko holt neue Partner an Bord.

Dabei handelt es sich um die bisher an der Bestandsimmobiliensparte Signa Prime Selection AG beteiligten Aktionäre Falcon Private Bank sowie Ernst Tanner, wie die Signa exklusiv dem WirtschaftsBlatt bestätigt. Die neue Eigentümerstruktur bleibt: „Wir führen keine Gespräche darüber, weitere Partner aufzunehmen“, sagt Signa-Holding-Geschäftsführer und CEO der Signa Prime, Christoph Stadlhuber.

Die Entscheidung für die neuen Ko-Eigentümer gründe auf deren Expertise und Netzwerk. So gehört die Falcon Private Bank dem Staatsfonds von Abu Dhabi, der unter anderen auch an der OMV, Borealis und Unicredit signifikante Anteile hält.

Der frühere Johnson-&-Johnson-Manager Tanner steht neben seiner Funktion als Verwaltungsrat bei dem Uhrenhersteller Swatch Group seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze des Schweizer Nahrungsmittelproduzenten Lindt & Sprüngli und hat den Konzern zum führenden Schokoladenhersteller der Welt gemacht – der Wert der Lindt-Aktie hat sich in dieser Zeit mehr als verzwanzigfacht.
Der griechische Reeder Economou war ab 2008 bei einzelnen Signa-Immobilien beteiligt und stieg 2009 zum zweitgrößten Partner der Gruppe auf. Nun will er sich wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren und sich intensiv als Kunstsammler betätigen. „Er war lange Zeit ein wichtiger Partner und ist nach wie vor ein enger Freund von René Benko“, sagt Stadlhuber.

Graf investiert 20 Millionen

Auch bei der Immobiliensparte Signa Prime Selection haben sich die Beteiligungsverhältnisse geändert. Im Juni hat das Unternehmen, zu dem die Highlights des Immobilienportfolios der Signa gehören, eine Kapitalerhöhung durchgeführt, bei der mehrere bestehende Aktionäre ihre Anteile aufgestockt hatten – darunter die Haselsteiner-Familienprivatstiftung, die zuvor ihr Aktienpaket an dem börsenotierten Immobilienentwickler Conwert verkauft hatte.

Neu bei der Signa Prime an Bord sind Formel-1-Weltmeister und Unternehmer Niki Lauda (das WirtschaftsBlatt berichtete exklusiv) sowie Novomatic-Gründer Johann Graf; der Selfmade-Milliardär hat sich mit zwei Prozent an der Signa beteiligt – laut WirtschaftsBlatt-Informationen um 20 Millionen €.

Bei der Prime kann sich Signa im Gegensatz zur Holding vorstellen, weitere Investoren an Bord zu holen. „Unsere Aktionäre sind sehr zufrieden und sprechen auch darüber, daher gibt es ständig neue Interessenten“, sagt Stadlhuber. Um bei der Signa Prime beteiligt zu werden, reicht es aber nicht, viel Geld investieren zu wollen – Benko achtet auf eine sehr homogene Mischung der Partner.

Ob Unternehmensberater Roland Berger, Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking oder Fressnapf-Eigentümer Torsten Toeller: Alle Prime-Aktionäre seien angesehene Persönlichkeiten, die im Wirtschaftsleben sehr viel aus eigener Kraft bewegt hätten, wie Stadlhuber sagt.

Einen kleinen Anteil an der Prime halten zudem die Mitarbeiter der Signa selbst: „Wir sind nicht getrieben von Quartalsberichten, sondern haben den Spirit eines Familienunternehmens, das in Generationen denkt“, so der Geschäftsführer. Daher wurde die Signa-Aktie für Mitarbeiter eingeführt, die von 70 Prozent der Mitarbeiter in der Prime angenommen und gezeichnet wurde.

Quelle: André Exner, Wirtschaftsblatt

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